31.01.2020


Oberbürgermeisterwahl in Leipzig

Am Sonntag den 2.02.2020 wird in Leipzig, der größten Stadt in Sachsen, ein neuer OberbürgermeisterIn gewählt. Leipzig ist als Ballungsraum mit vielfältigen Angeboten für Familien sehr attraktiv. Die Stadt hat steigende Geburtenraten und viele Paare mit Kinderwunsch ziehen her. Grund genug für den DFV Sachsen e.V. die zur Wahl stehenden Kandidaten, um eine Stellungnahme zu folgenden Themen zu bitten. 

  • Familien und Eltern allgemein sind auf dem enger werdenden Wohnungsmarkt strukturell benachteiligt. Wo sehen Sie hier Handlungsspielräume auf der BürgermeisterIn-Ebene?
  • Große Familien mit mehr als zwei Kindern erfahren oft finanzielle Benachteiligungen, z.B. bei Tickets für Schwimmbäder oder bei Mobilitätsangeboten. Wie möchten Sie dem begegnen?
  • Wie kann Leipzig insgesamt ein besserer Ort für Familien, Eltern und Kinder werden und was möchten Sie ggf. konkret dafür tun?

Leider hat uns nur eine Antwort rechtzeitig erreicht.

 

Die Kandidatin von Bündnis` 90/ die Grünen Katharina Krefft schreibt uns folgendes:

  • Der Mietmarkt in Leipzig ist gerade für Familien sehr angespannt. Darum brauchen wir mehr Wohnungen mit mehreren Zimmern. Dazu haben wir die LWB beauftragt, aber setzen mit Konzeptvergabe, Erbpacht, Unterstützung von Baugruppen und dem Bündnis Wohnen auf Instrumente, um gerade hier Entlastung zu erreichen.
  • Die Benachteiligung erlebe ich als Mutter von 5 Kindern alltäglich. Zwar bin ich im Bereich Kita/Hort entlastet (Familien zahlen für das erste voll, das zweite halb, für jedes weitere Kind keine Gebühr), jedoch hören Familienangebote beim dritten Kind auf. Daher haben wir über den Familienbeirat initiiert, dass Mehrkindfamilien mehr Beachtung in der Ticketgestaltung erfahren. Darüber hinaus wäre die Wiedereinführung der Familienkarte denkbar. Leider ist die Gesetzgebung in Deutschland auf die Individualförderung abgestellt, nicht auf die Objektförderung. Mit kostenfreien Angeboten bei Stadtbibliothek und Museen sowie Kindern bis Schuleintritt haben wir Angebote etabliert, die erweitert werden können. Ich strebe ein halbiertes Schülerticket an. Die Mitfahrt der Kinder mit ihren Eltern sollte grundsätzlich kostenfrei sein (Auf meine Initiative Beschluss der Landesgrünen).
  • Leipzig ist familienfreundliche Stadt. Allerdings führte das bislang nicht dazu, die Kitas bedarfsgerecht auszubauen (wird erst dieses Jahr erreicht, trotz Rechtsanspruch) und die Schulen frühzeitig zu errichten (aktuell drangvolle Enge). Hier muss viel schneller geplant und gebaut werden. Gerade im Jugendhilfebereich sind neue Angebote in den Quartieren und mehr präventive Angebote für gefährdete Kinder nötig. Ziel muss sein, die Elternkompetenz zu stärken und nicht zu warten, bis Kinder zu Notfällen der Jugendhilfe werden. Hier ist dringend Handlungsbedarf.