Langeweile - Wichtig oder voll blöd?
„Mir ist soooo langweilig. Hast Du eine Idee, was ich machen kann?“ Schon die Körperhaltung meines Jüngsten drückt Lustlosigkeit und Desinteresse aus. „Wie wäre es mit einem Puzzle? Oder magst Du etwas lesen?“ Die Antwort kommt prompt: „Nöööö, darauf habe ich überhaupt keine Lust.“ Wer von uns Eltern kennt sie nicht, diese Sätze, die einem unwillkürlich ein schlechtes Gewissen verursachen. Dazu gesellt sich eine gewisse Hilflosigkeit. Muss man jetzt eine tolle Idee aus dem Hut zaubern? Müsste man sich jetzt als Spielpartner, Kreativbörse und Entertainer in einem zur Verfügung stellen? Bei vielen Eltern entsteht schnell ein Gefühl von innerem Druck. Ge steigert wird das Ganze noch durch die sich gerne anschließende Frage: „Kann ich etwas auf dem Handy schauen?“ Was Eltern nun brauchen, sind starke Nerven und eine innere Klarheit. Denn Langeweile ist zwar kein angenehmer Zustand, aber ein Drama ist sie nun auch nicht. Sie gehört – immer wieder einmal – einfach zum Leben dazu. Und richtig eingeordnet, kann sie sogar sehr wichtig sein. Deshalb ist die entscheidende Frage, wie ein guter Umgang mit diesem ungeliebten Zustand aussehen könnte.
