26.03.2020

Frühlingsbrief zur Coronakrise

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Landesverbandes,

 

gewünscht haben wir uns alle das nicht. Unter der Kontakt- bzw. Ausgangssperre leiden die Jungen und die Alten. Die Schüler merken, dass Schule vielleicht doch nicht so doof ist und vermissen den Kontakt mit den Gleichaltrigen. Die Älteren müssen ihre Arbeit neu organisieren, manche Kontakte – auch in den DFV-Gruppen vor Ort – fehlen, und die Großeltern sehnen sich nach ihren Enkelkindern. Dazu kommt die Angst vor einer möglichen eigenen Ansteckung mit dem Corona-Virus, die Ungewissheit, wie lange dies alles gehen wird, Betriebe und Unternehmen sehen sich vor großen wirtschaftlichen Problemen.

 

Familien mit kleineren, aber auch mit schulpflichtigen Kindern stehen in diesen Tagen ganz besonders unter Stress. Spielt sich das Leben der Familienmitglieder sonst in geordneten Bahnen, nach bestimmten Zeiten und an meistens verschiedenen Orten ab, so sind jetzt alle – zu Hause. Eine für viele durchaus ungewohnte Situation! Es gibt Eltern, die sind ratlos: „Was mache ich bloß die ganze Zeit mit meinem Kind?“ Aber auch Kinder hat die Nachricht der Schulschließung nicht nur begeistert: „Was mache ich bloß 14 Tage allein mit meinen Eltern?“ - so die erschrockene Reaktion einer Schülerin.

 

Schon im „normalen“ Alltag ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vielfach kräftezehrend, wenn nicht gar nervenaufreibend. Was muss nun aber in Corona-Zeiten in den vier Wänden alles auf einmal stattfinden! Mütter und Väter müssen Kita und Schule ersetzen, Termine verwalten, den Tagesablauf organisieren, die Mannschaft bei Laune halten, Sport muss auch irgendwie noch im Wohnzimmer stattfinden, dann das bisschen Haushalt - und daneben wird womöglich noch volle Leistung im Home Office erwartet, wenn nicht gar die Sorgen um die Zukunft des eigenen Betriebes quälen…. Stress pur!

 

Vielleicht lernen wir in diesen Wochen, Familie mit neuen Augen zu sehen? Leider haben andere Töne vielfach unsere (politischen) Diskussionen beherrscht: Familienarbeit, die nichts zählt - oder sogar verdummt! -, Familienleistungen, die irgendwie so „nebenbei“ erbracht werden müssen, Kinder, deren Leben sich widerstandslos straff organisieren lässt, vieles, was wichtiger ist als die Zeit Zuhause… Sie kennen das alles – und auch die Anstrengungen des DFV, diese Vorstellungen zu korrigieren. Gerade jetzt sehen wir es wieder: Es sind nicht zuletzt die familiären Beziehungen, auf die in der Krise Verlass ist.

 

Nehmen wir diese Zeit als das, was sie ist: hart, herausfordernd, als etwas, was wir gemeinsam bewältigen müssen, aber auch können! Wir wünschen uns allen, wir wünschen Ihnen, dass diese Zeit nicht zu einer Zerreißprobe, sondern letztlich zu einer guten Zeit für uns und unsere Familien wird.

 

Bitte beachten Sie auch die Familien-Tipps im Dokument „Familien leisten viel“ von Caroline von Keudell.

 

In diesem Sinne – bleiben Sie gesund und behütet! Herzliche Grüße von allen Vorstandsmitgliedern

 

Ihre

Beatrix Schnoor


25.03.2020

Corona, Familie, Geld, Hilfe: Häufige Fragen und Antworten

#WirBleibenZuhause

Liebe Familien, liebe DFV-Mitglieder,

 

Wer hätte noch vor einem halben Jahr gedacht, dass sich das Leben in Deutschland so dramatisch ändern würde? Wie die Bundeskanzlerin vor wenigen Tagen sagte, sehen wir uns mit der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert.

 

D’Artagnan, der tapfere Musketier aus dem Roman von Alexandre Dumas, würde uns jetzt kämpferisch zurufen "ALLE FÜR EINEN - EINER FÜR ALLE". Das muss jetzt das Gebot der Stunde sein. Bleiben Sie zuhause, bleiben Sie gesund und – ganz wichtig – helfen Sie denjenigen, die auf Hilfe angewiesen sind. Selbst die kleinste Geste kann gutes Bewirken!

 

Eine Bitte habe ich: Nehmen Sie die Coronaviren-Epidemie ernst. Auch wenn die Erkrankung bei den meisten nur mit milden oder mittleren Grippesymptomen einhergeht, ist das Virus für ältere Menschen, für Diabetiker, Tumorpatienten, Lungenerkrankte eine ernste und tödliche Gefahr!

 

Coronapartys oder das Anhusten älterer Menschen durch Heranwachsende sind nicht jugendlicher Leichtsinn. Das ist unentschuldbar! Ein guter Freund sagte mir erst vor ein paar Tagen folgendes: Einige werden die Lage erst mit Besorgnis sehen, wenn die Oma oder der Opa im Krankenhaus liegen und mit dem Tode ringen.

 

Die Coronakrise wird Helden und Ausbeuter zu Tage bringen. Das ist das Naturgesetz einer jeden Krise. Passen Sie also auf Trickbetrüger auf, die Ihnen Emails schicken und um Geld für eine Krankenbehandlung bitten oder an Ihrer Türe klingeln und "Coronatests" verkaufen. Im Zweifel: Polizei anrufen!

 

Lassen Sie uns gemeinsam die Krise durchstehen: #WirBleibenZuhause! Wir bleiben #solidarisch! Wir bleiben #DerFamilieVerpflichtet!

 

DANKE!

 

An dieser Stelle danken wir all den Menschen "da draußen", die für uns da sind. Allen voran den Frauen/Müttern und Männern/Vätern in den Supermärkten, bei der Polizei, Feuerwehr, in den Arztpraxen, Apotheken, in den Pflege- und Behinderteneinrichtungen, in den Krankenhäusern, den Mitarbeitern der Lieferdienste und natürlich jenen, die einfach helfen, wo Hilfe benötigt wird. DANKE FÜR IHREN EINSATZ!!!

 

Bleiben Sie gesund!

Herzlich

 

Sebastian Heimann

 

PS: Sie haben Sorgen, Fragen zur Coronavirus-Epidemie oder wollen einfach "nur reden"? Dann schreiben Sie mir direkt: heimann@deutscher-familienverband.de

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stellen sich für Familien viele wichtige Fragen. Der Deutsche Familienverband e.V. (DFV) hilft und stellt die häufigsten Fragen und Antworten zur Verfügung.