„Du hörst mir wiedermal nicht zu!“ sagt die Mutter zu ihrer 30-jährigen Tochter. Und die Enkeltochter Sophie hört den gleichen Satz von ihrer Mutter. Hören wir alle nicht mehr zu oder wird hier ein gewisses Befinden von einer Generation auf die andere übertragen? Wie gehen wir miteinander um? Sind das reine Floskeln oder ernstgemeinte Hilferufe? „Hör mir jetzt mal zu!“ klingt da schon eher wie ein Befehl. Doch keiner weiss so richtig, ob er auch ausgeführt wird. Meistens geht es rechts rein und links wieder raus. Und das betrifft alle Generationen, ob Tochter/ Sohn, Mutter / Vater, Großmutter/ Großvater oder Urahnen. Oder nicht? Dabei ist es ganz einfach! Nur ein kleines Wort fehlt da. Sie ahnen schon, was jetzt kommt. Es fehlt das kleine Wort: Bitte. „Bitte hör mir jetzt mal zu!“ Falsch, nein, dieses Wort ist zwar hilfreich, aber ich mein ein anderes. Es fehlt das Wort: Gefühl. Natürlich soll es nicht heißen: „Gefühl, hör mir jetzt mal zu!“ Ich meine, wir sollten, auch Befehle oder notwendige Anordnungen mit Gefühl sagen. Dann geht es garantiert leichter zwischen den Generationen. Was halten Sie davon: „Sophie, ich würde mich freuen, wenn Du mir jetzt zuhörst.“ Dieser Satz geht sogar ohne Ausrufezeichen. Und bewirkt vielleicht eben das, was wir wollen. In vielen Situationen ist Zuhören nämlich lebensnotwendig: wenn das Kind über die Straße läuft und Gefahr droht. Oder wenn mir gesagt wird, wie ich mich gesund verhalten soll. Oder an der Kasse, da will ich schon richtig hören, was ich bezahlen muss, gerade im Ausland. Aber sind wir mal ehrlich: Wir hören doch nicht immer zu, auch wenn es mit dem Gefühl herüber kommt. Aber man kann es üben, das mit dem Gefühl. Und das lohnt sich! Und in die Augen schauen nicht vergessen!
Ihr Thomas Socha